Toontrack Progressive Foundry SDX

Toontrack veröffentlicht in regelmäßigen Abständen Sound-Erweiterungen für die Drum-Software Superior Drummer und das kleinere Pendant EZ Drummer. Die Progressive Foundry ist das bislang umfangreichste Paket.

Trommelfeuerwerk

Die Welt des virtuellen Schlagzeugs ist eine schöne geworden. Vor nicht allzu langer Zeit war es noch kaum möglich, Schlagzeugspuren zu programmieren, die einen nur halbwegs erfahrenen Musiker hätten täuschen können. Heute ist das anders: Penibles Sampling und die schiere Menge an Samples pro Instrument sowie die verschiedenen Funktionen zur „Humanisierung“ des Programmierten können es schon verdammt schwierig machen, zu unterscheiden, wo eine echte Hand einen echten Stick auf ein echtes Fell geknüppelt hat – und wo Know-how mit Mausklicks eine perfekte Simulation geschaffen hat.

Ein Nebeneffekt dieser Entwicklung ist die Möglichkeit, auf Knopfdruck einzelne Teile des Schlagzeugs auszutauschen – sogar im Nachhinein. Wer im Mix erst feststellt, dass die Snare zwar mächtig Druck hat, sich aber überhaupt nicht gegen Gitarren, Synthies, Bläser und die B3 durchsetzen kann, der kann sich bei programmierten Drums einfach eine andere Snare aussuchen. Toontrack bieten mit der Progressive Foundry jetzt noch mehr Auswahl für ihre virtuellen Schlagzeuger Superior Drummer und EZ Drummer.

Satte 63 GB umfasst das SDX-Paket. Ausgeliefert wird die Progressive Foundry auf einem USB-Stick, acht DVDs oder als Download über Toontracks Product Manager, der den Download jederzeit pausieren und fortsetzen kann. Mit der vollen Library hat man Zugriff auf fünf komplette Kits von DW, Ludwig (Stainless Steel und Rogers), Pearl und Yamaha. Natürlich kann man sich auch das eigene Traum-Kit zusammenstellen. Dafür stehen 17 Snares, 9 Kicks, 5 Tom-Sets, 5 Hi-Hats und 31 Becken zur Verfügung. Das sind schon sehr beeindruckende Zahlen, aber man muss sich die Frage stellen, ob man so viel Auswahl wirklich braucht und will.

Die Sounds

Brauchen oder nicht – man WILL, jawohl! Das liegt schlicht daran, dass nicht ein Instrument überflüssig oder unbrauchbar wäre. Jedes Becken, jede Trommel hat einen eigenen Klang, einen Charakter, den man gewinnbringend einsetzen kann. Keine zwei Sounds wären so ähnlich, dass einer den anderen nutzlos machte. Stattdessen ist für jeden Geschmack der richtige Sound dabei.

Soll die Hi-Hat eher perkussiv klingen wie die Pearl 2002 Black Label, oder sucht man eher den weicheren, perlenderen Sound der Sabian X-Celerator? Den nüchternen Snare-Klang der Ludwig Black Beauty oder lieber einen singenden Kupferkessel von DW? Den kurzen Kick-Snap von DW oder den vollmundigen Ton einer Ludwig WFL? Für jeden dieser Sounds findet sich in der Progressive Foundry das richtige Instrument.

Grenzen hat die Sound-Vielfalt aber dann doch. Die Sounds sind ziemlich eindeutig auf das Zusammenspiel mit mehr oder weniger stark verzerrten E-Gitarren zugeschnitten, also auf Rock und Metal. Jazz-Besen sucht man hier vergeblich – dafür hat ein Tom-Set gleich fünf unterschiedliche Trommelgrößen für den besonders ausufernden Roll.

Fazit

Viel mehr Drums geht nicht, zumindest nicht innerhalb der Grenzen der Vernunft. Wer Schlagzeug-Sounds für Hard’n’heavy-Sounds von Old School bis topmodern sucht, ist bei Toontracks Progressive Foundry an der richtigen Adresse. Dass die Sounds alle unbearbeitet sind und also noch optimal ins eigene Schaffen eingearbeitet werden können, macht die Sammlung unwiderstehlich.