PreSonus Eris E5 XT & Eris Sub8 - Test

Akustisch getuntes Update

Die Eris-Serie von PreSonus erfreut sich großer Beliebtheit und bekommt nun unter dem Suffix „XT“ ein umfassendes Update. Hier will man in der hart umkämpften Liga der preisgünstigen Aktiv-Nahfeldmonitore mitspielen, aber gleichzeitig Features der höherklassigen Fraktion bieten.

Bei den PreSonus Eris E5 XT handelt es sich um aktive Fünf-Zoll-Monitore in einem Zwei-Wege-System. Mit den Maßen 203 mm x 229 mm x 279 mm (B x T x H) sind die Boxen kompakt und finden mit gerade einmal 5 kg Gewicht auf einem Boxenstativ leicht ihren Platz. 

Beim ersten Blick auf die PreSonus Eris 5 XT fällt die schicke Optik des vinylbeschichteten MDF-Gehäuses in Schwarz auf. Der Konus und die Bassreflexöffnung auf der Vorderseite sind blau. Im Betriebsmodus leuchtet das kleine PreSonus-Logo unten rechts ebenfalls in Blau, sodass ein modernes Gesamtbild gegeben ist. Alle Buchsen und Drehregler auf der Rückseite sitzenfest und tragen zum soliden Eindruck der Monitore bei.

PreSonus Eris E5 XT & Eris Sub8

Subwoofer Eris Sub8

Vor allem Hip-Hop- oder EDM-Produzenten sind in ihren Mixdowns besonders auf eine absolute Kontrolle des Bassbereichs angewiesen. Genau dafür hat PreSonus passend zu den Lautsprechern der Eris-Serie den Subwoofer Sub8 konzipiert. Die Zugehörigkeit zur PreSonus Eris-Serie ist auf den ersten Blick an der Bassreflexöffnung an der Vorderseite sowie über das bläulich leuchtende PreSonus-Logo bei Aktivierung
des Sub8 erkennbar.  Die Box ist mit den Maßen 250 mm x 324 mm x 295 mm (B x T x H) und einem Gewicht von 7,4 kg eher ein leichter Kandidat unter den Subwoofern. Die Füße sind fest am Gehäuse montiert und verhindern Verrutschen und mindern Vibrationen. Wie auch die Monitorboxen ist der Sub8 mit Vinyl-MDF und abgerundeten Kanten versehen.

Lieferumfang Eris E5 XT

presonus eris e5 xt eris sub8PreSonus Eris E5 XT & Eris Sub8Zum Lieferumfang gehören ein IECAnschlusskabel und ein Manual. Software-seitig erhält man bei einem Kauf von PreSonus-Studio- und Medien-Referenzmonitoren das Studio-Magic-Bundle im Wert von 1.000 US-Dollar. Dieses beinhaltet eine spezielle Version der hauseigenen Studio One Prime DAW, Tutorials, sieben virtuelle Instrumente sowie neun Effekt-Plug-ins.

Rückseite Eris E5 XT

„Acoustic Tuning“ beschreibt die Eingriffsmöglichkeiten in den Klang der Boxen auf der Rückseite – und da gibt es einiges zu entdecken. Mit einem Drehregler kann man jeweils die Mid-Frequency und High-requency mit einem Umfang von 12 dB (-6 dB bis +6 dB) anheben oder absenken. Ein Low-Cutoff-Schalter ermöglicht mit zwei Positionen einen Cut der Bässe bei 80 oder 100 Hz und wird in der Flat-Einstellung aus dem Signalfluss genommen. Neben dem Low-Cut befindet sich ein baulich identischer Dreifach-Switch namens „Acoustic Space“, der mit den Stellungen auf 0, -2 oder -4 dB Einfluss auf die Bässe nimmt. Der obligatorische Gain-Drehregler mit den Maximen „Min“ und „Max“ kontrolliert die Gesamtlautstärke der Box und verfügt über eine Rasterung bei „Unity“. 

Es gibt drei Eingänge in Form von XLR-, Klinken- (6,35 mm, TRS) und unsymmetrischen RCA-Anschlüssen. Mit dieser umfangreichen Anschlusssektion kann man die Boxen vielseitig, beispielsweise an ein Audio-Interface, einen Mixer oder einen Monitor-Controller, anschließen. Der Stromanschluss wird über eine IEC-Kaltgerätebuchse für das integrierte Netzteil und einen Kippschalter inklusive LED-Leuchte zum Einund
Ausschalten realisiert. 

Rückseite Eris Sub8 

Die Stromversorgung des Sub8 wird über einen IEC-Anschluss mit dem im Lieferumfang enthaltenen Kaltgerätekabel und einen Kippschalter als An- und Ausschalter auf der Rückseite realisiert. Technisch haben wir es hier mit einem 8-Zoll-Tieftöner zu tun, der von einer Class A/B-Endstufe mit durchschnittlich 50 W (RMS) und als Peak-Wert 100 W angetrieben wird. Beim 8-Zoll-Konus handelt es sich um ein Papierverbund-Bauteil, das mit elastischem Gummi umrandet ist und nach vorne strahlt. Geschützt wird dieser von einem Schutzgitter. Der Frequenzgang umfasst 30 bis 200 Hz. Über einen variablen Tiefpassfilter
lässt sich dieser bei 50, 60, 80, 100 oder 130 Hz eingrenzen. Ein einfacher Phasenschalter (0/180 Grad) sowie ein Schalter zur De- und Aktivierung eines Hochpassfilters, der bei 80 Hz greift, runden die Eingriffsmöglichkeiten für den Klang ab. 

rueckseite submonitorRückseite des SubmonitorDer Eingangspegel ist über einen stufenlosen Drehregler von -30 dB bis +6 dB kontrollierbar. Es steht eine identisch angeordnete Input- und Output-Sektion auf der Rückseite zur Verfügung. Hier findet man jeweils
zwei TRS-Buchsen (Klinke, 6,35 mm) sowie jeweils zwei RCA-Buchsen für Cinch-Kabel (links/rechts) vor. Speist man ein Signal aus dem Interface in den Eingang des Sub8, sendet der Ausgang des Subwoofers das verbleibende Frequenzspektrum an die Monitorboxen zur Wiedergabe. Der Rauschabstand wird mit >95 dB angegeben. Bei einem Abstand von einem Meter beträgt der maximale Schalldruck 113 dB. Wie auch bei den Monitoren gibt es Schutzvorrichtungen gegen RF-Einstreuungen, Überhitzung und Überlastung sowie ein Subsonic-Filter und eine Ausgangsstrombegrenzung. 

Vorderseite Eris E5 XT 

Verbaut sind ein 5,25-Zoll-Tieftöner mit Kompositmembran sowie ein Ein-Zoll-Hochtöner mit einer Seidenkalotte. Der Frequenzbereich umfasst 48 Hz bis 20 kHz. Die Verstärkerleistung beläuft sich auf 80 W (RMS), wovon 45 W an den Tieftöner und 35 W an den Hochtöner ausgegeben werden. Auf der Vorderseite ist zudem eine Bassreflexöffnung für eine optimierte und tiefergehende Basswiedergabe verbaut. Der Maximalpegel im Dauerbetrieb beläuft sich auf 102 dB und die Eingangsimpedanz beträgt 10 kΩ. Die Schallfeldabdeckung beträgt beachtliche 100 Grad horizontal und 60 Grad vertikal. In den Boxen integriert
sind Schutzeinrichtungen gegen RF Einstreuungen, Überhitzung, Überlastung sowie ein Subsonic-Filter und eine Ausgangsstrombegrenzung.

Features Eris E5 XT

Während der Vorgänger des E5 „nur“ bis 58 Hz liefern konnte, hat man beim E5-XT-Studiomonitor ein größeres Bassreflexgehäuse gewählt, was eine Wiedergabe bis runter auf 48 Hz möglich macht. Das ist sowohl für diese Preisklasse wie auch für ein 5-Zoll-Aktivmonitor sehr bemerkenswert. Zudem hat PreSonus sich Hilfe von Hugh Sarvis, dem Hersteller von Worx Audio, gesucht, der schon die höherklassige
R-Serie und CDL-Lautsprecher von PreSonus zu hervorragenden Klangergebnissen geführt hat. Mittels eines neuen EBM(Elliptical Boundary Modeled)-Waveguides wurde der Sweetspot in der horizontalen Schallfeldabdeckung auf ganze 100 Grad erweitert. Die praktischen Vorteile, die daraus folgen, zeigen sich beispielsweise in einer verbesserten Abhörsituation, wenn mehrere Personen im Studio sitzen. Störende Reflexion, die etwa durch einen Tisch oder ein Pult vor den Speakern entstehen können, werden durch die vertikale Ausbreitungsbegrenzung von 60 Grad reduziert. Darüber hinaus wurden Seitenkalotten-Hochtöner genutzt, um die Transientenwiedergabe noch akkurater und reaktionsschneller zu gestalten.

Praxis Eris E5 XT

thumb elegante linienfuehrung eris monitoreElegante Linienführung: Die Eris-Monitore sind auch optisch erstklassig.Nicht jeder, der zur potenziellen Zielgruppe der Eris-E5-XT-Boxen gehört, verfügt über einen akustisch optimierten Raum. Für diesen Fall ist die für diese Preisklasse doch sehr umfangreich ausgestattete Acoustic-Tuning-Sektion prädestiniert, mit der alle klassischen Akustik-Problemstellen, wie etwa die Überbetonung des Bassbereichs bei einem Aufstellungsort in der Zimmerecke, aufs Einfachste unter Kontrolle bekommen werden können. Während auch die meisten Mitbewerber im aktiven Nahfeldmonitorbereich über einen schaltbaren Low-Cut verfügen, können die E5-XT-Boxen ordentlich einen draufsetzen und störende Mitten bei einem Kilohertz mittels Bell-Kurve und die Höhen mittels Shelf-EQ bei 10 kHz unter Kontrolle bringen. Ein Low-Cut ist hier oftmals nicht der passende Eingriff, da er zu viel im Frequenzspektrum cuttet. Der Parameter „Acoustic Space“ verhindert mit den Werten -2 und -4 dB auf subtilere Weise etwaige Überbetonungen im Bassbereich. Sicherlich sind diese Features auch bei akustisch optimierten Räumen mehr als nur „nice to have“, und man fragt sich: „Warum machen das eigentlich nicht alle so?“ Die Eris E5 XT bieten sehr umfangreiche Eingriffsmöglichkeiten in den Klang und dem Nutzer weitaus mehr, als man von
einem Aktivmonitor dieser Preisklasse erwartet.

Praxis Eris Sub8

Ich teste den Sub8 in Kombination mit den E5-XT-Boxen und der Subwoofer ergänzt diese um eine ordentliche Portion Tiefbass. Es werden sogar die versprochenen 30 Hz erreicht, was für diese Preisklasse etwas Besonderes darstellt. In seiner Kompaktheit erzielt der Sub8 auch bei höheren Abhörlautstärken eine gute Klangqualität, ohne zu murren, was auf die kraftvolle Endstufe zurückzuführen ist. Dieser Subwoofer überzeugt klanglich absolut! Die Einstellmöglichkeiten der Filter ermöglichen zudem eine passende Kombination mit den Monitorboxen und eine genaue Anpassung über den Tiefpassfilter. Am besten
gefällt mir die Konfiguration bei 50 Hz, sodass sich der Sub8 maßgeblich auf den Tiefbassbereich zwischen 30 und 50 Hz fokussieren kann. Wenn es auch ratsamer ist, Monitore und Subwoofer aus der gleichen Serie zu verbinden, lassen sich doch auch Monitore anderer Hersteller mit dem Sub8 verbinden. Zudem ermöglicht die zweifache Anbindungsmöglichkeit über TRS oder Cinch auch die Nutzung in Consumer-Umgebungen oder DJ-Setups.

Klang Eris E5 XT

Klangtechnisch geht es bei den E5 XT gleichermaßen linear und präzise zur Sache. Die hohe Aussteuerungsreserve und Leistungsfähigkeit lassen auch sehr lautes Abhören ohne Verzerrungen zu. Gerade in Home- und Projektstudios, die sich in Wohn- oder Hobbyräumen befinden, reicht die 5-Zoll-Version vollkommen aus. Wer etwas Größeres braucht, wird bei PreSonus beispielsweise mit dem Modell E8-XT fündig.
Der Bassbereich wird sehr definiert, aber nicht überbetont wiedergeben, was auf die Bassreflexionsöffnung auf der Vorderseite sowie auf das vergrößerte Gehäuse zurückzuführen ist. Einen Subwoofer vermisst
man selten und die Boxen reichen auf jeden Fall tiefer als viele ihrer Mitbewerber. Auf der anderen Seite des Frequenzbilds sind auch die Höhen sehr präzise in der Abbildung, sodass auch hier das bauliche Konzept mit den Seidenkalotten für den Hochtöner seine Stärken ausspielt. Das horizontal auf 100 Grad erweiterte Schallfeld ist deutlich spürbar. Was nicht nur gemeinsames Abhören mit anderen Musikern/Produzenten optimiert, sondern auch für weniger Klangverlust sorgt, wenn man mit dem Stuhl mal nach links oder rechts wandert. Was zum Beipsiel dann der Fall sein kann, wenn man etwaiges Outboard-Equipment während des Mixdowns einstellen möchte. 

Fazit

PreSonus steigt mit den Eris E5 XT ganz oben in der Qualität und ganz unten in der Preisklasse ein – und überzeugt mit Bravour. Die Boxen sind optisch ein echter Hingucker und sehr solide verarbeitet. Der erweiterte Sweetspot sowie die präzise Höhenwiedergabe und der tiefreichende Bassbereich sind außerdem drei weitere sehr überzeugende Argumente, sich für die E5 XT zu entscheiden. Neben der sehr linearen und leistungsstarken Performance ist der umfangreiche Eingriff in die Klangregelung auf der Rückseite ein weiteres Highlight der Monitore, die man als Stereopaar bereits für unter 300 Euro bekommt. Was bleibt dem Testautor da anderes übrig, als eine absolute Kaufempfehlung auszusprechen?

Der Sub8 ist ein sehr guter Subwoofer der günstigen Preisklasse und bietet eine gute Performance in Kombination mit den E5-XT-Boxen. Er geht tief herunter und kontrolliert zur Sache und man hat alle nötigen Eingriffsmöglichkeiten zur genauen Klangoptimierung auf der Rückseite zur Verfügung.

Zur Website: PreSonus Eris E5 XT

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