Test: Universal Audio Apollo Twin mk2

Universal Audio hat eine neue Version des erfolgreichen Apollo-Twin-Interfaces am Start. Das Update auf Version mk2 bringt einige kleine, aber auch wichtige Veränderungen mit sich. 

Die auf den ersten Blick auffälligste Neuerung ist die Farbe des Apollo Twin: Das Interface kommt nun in mattem, metallischen dunkelgrau daher. Ansonsten bietet die Mk2-Version die gleichen angenehmen Taster, das gleiche gut zu bedienende Drehrad und die gleiche Ausstattung, was Ein- und Ausgänge anbelangt – nämlich zwei analoge Eingänge mit XLR/Klinke-Kombobuchsen, einen Hi-Z-Eingang auf der Vorderseite und einen optischen Eingang für ADAT und S/PDIF.

Neuerungen der Version mk2

Fast würde man das neue Talkback-Mikrofon übersehen! Das Ding winzig, sein Klang jedoch groß. So wird das Apollo Twin nun auch für Studios interessant, die über separate Aufnahme- und Regieräume verfügen. Dass das Thunderbolt-Interface jetzt auf Mac und Windows läuft, ist eine weitere nennenswerte Neuerung. Klanglich bleibt das Interface auf dem hohen Niveau, das man bereits vom Vorgänger gewohnt ist. Die Wandler klingen neutral, lösen gut auf und die Preamps bieten ausreichend Verstärkung. Mehr Farbe bringt ihr dann über die Plug-ins ins Spiel.

Plug-ins und Rechenleistung

Mit dem Interface kommt das Realtime-Analog-Classics-Bundle. Es beinhaltet Kompressoren, EQs, Preamps und weitere Effekte, die ihr sofort zur Musikproduktion einsetzen könnt. Besonderes Feature der Apollo-Interfaces ist die Unison-Technologie. Sie beeinflusst die Impedanz der virtuellen Vorverstärker und ermöglicht es, mit Preamps oder anderen Effekten ohne Latenz aufzunehmen. Das bedeutet auch einen großen Schritt in Richtung des Workflows mit Analog-Equipment. Denn dank Unison sind Tracking-Sessions, bei denen ihr Effekte unwiderruflich auf die Festplatte bannt, möglich. Das wird euch als Tontechniker definitiv vor neue Herausforderungen stellen – die ihr mit dem Apollo Mk2 aber locker meistert!

Mit rund 1500 Euro gehört das Interface mit zwei analogen Eingängen nicht zu den günstigsten. Grund dafür sind nicht zuletzt die vier eingebauten DSPs, die der Berechnung der UA-Plug-ins dienen. Das Interface ist auch günstiger, dafür mit weniger Prozessor-Leistung, zu haben. Sollte das Apollo Twin hauptsächlich dazu genutzt werden, beim Tracking latenzfrei mit UA-Effekten abzuhören, könnte das Solo mit einem Sharc DSP reichen. Werden die Plug-ins auch im Mix eingesetzt, empfiehlt sich das Duo oder das Quad. Zu bedenken bei der Planung der Rechenpower ist jedenfalls: Die neuesten Plug-ins des Herstellers verlangen den DSPs einiges ab. Außerdem: Der Sound der Plug-ins macht süchtig!

Fazit

In der griechischen Mythologie ist Apollo der Gott der Musik. In der Audio-Welt ist das Apollo Twin Mk 2 in der Tat ein erhabenes Stück Hardware. Die Verarbeitung ist top, der Klang göttlich, die neue Monitoring- und Talkback-Funktion in vielen Situationen Gold wert. Beim Redesign hat Universal Audio alles richtig gemacht und einen beachtlichen Nachfolger des Apollo Twin geschaffen. Und in der Verbindung mit den edlen Plug-ins entfaltet das Interface seine volle Stärke. Schade nur, dass die doch einen recht dicken Geldbeutel verlangt.