SOMM schickt Afghanistan 500 Musikinstrumente

Der Verband setzt sich damit dafür ein, dass auch in krisenreichen Regionen mehr Kinder das Spielen eines Instruments erlernen.

Mit Unterstützung des Auswärtigen Amtes und der Bundeswehr hat die Society of Music Merchants (SOMM) am 26. März 2010 fast 500 Musikinstrumente nach Afghanistan geschickt. Anfang Mai wird in Kabul die erste Musikschule des Landes eröffnet. Die SOMM fördert den dortigen Aufbau einer musikalischen Berufsausbildung. Der Verband setzt sich damit dafür ein, dass auch in krisenreichen Regionen mehr Kinder das Spielen eines Instruments erlernen.

 

"Afghanistan ist derzeit ein Land ohne Musik, das ist die traurige Realität", sagt Dr. Ralf Jeromin, Geschäftsführer der SOMM. "Aber Musik ist ein starkes Mittel. Gerade Kindern hilft sie, seelische Wunden zu heilen und Erlebnisse zu verarbeiten. Musik lehrt Toleranz und kann so Frieden stiften und eine Gesellschaft stabilisieren." Jahrzehnte des Krieges und der Taliban-Herrschaft haben in Afghanistan nicht nur Kulturdenkmäler zerstört, sondern auch die Musik. Viele Musikrichtungen verschwanden und traditionelle afghanische Instrumente wurden vernichtet. Daher fördert die SOMM das außerordentliche Projekt des Afghanistan National Institute of Music (ANIM): An der ersten Musikschule Afghanistans sollen junge Menschen musizieren lernen. 300 Plätze sind geplant, die Hälfte davon ist für Kriegswaisen reserviert.

 

Bereits 2008 hatte SOMM zu einer Spendenaktion aufgerufen, um die afghanische Schule bei der Anschaffung der dringend benötigten Musikinstrumente zu unterstützen. Die bereitwilligen Spenden trafen aus ganz Europa und sogar den USA ein. "Wir sind überwältigt angesichts dessen, was uns Privatpersonen und Unternehmen alles zur Verfügung gestellt haben", so Jeromin. Das Auswärtige Amt übernahm zusammen mit der Bundeswehr den Transport der Instrumente und unterstützte die Initiative mit 100.000 Euro für den Aufbau von Schulverwaltung und Unterrichtsräumen. Auch das Goethe-Institut wird bei der Ausbildung der ersten Musiker in Kabul helfen. Das afghanische Erziehungsministerium hat das Projekt in die Hände von Dr. Ahmad Naser Sarmast gelegt, der selbst Musiker und Afghanistans erster Doktor der Musik ist. Der Projektleiter freut sich über die Hilfe der SOMM: "Durch die Unterstützung dieses Projekts bringen wir nicht nur eine Nation der Musik näher, sondern können gleichzeitig den sozialen Wiederaufbau des Landes fördern."