Slate Digital Virtual Preamp Collection

Die neu vorgestellte Virtual Preamp Collection soll den besonderen Charakter zweier berühmter Analog-Preamps in die DAW bringen.

Analog-Sound-Bausteine

Ursprünglich wurde die Virtual Preamp Collection entwickelt, um gemeinsam mit dem Virtual-Microphone-System-Preamp und -Mikrofon eingesetzt zu werden. Der Ansatz dabei scheint einfach wie genial: Der Klang besonders linearer Hardware wird mit simulierten Facetten angereichert. Im Handumdrehen sollen so unzählige Preamp- und Mikrofon-Klassiker zur Verfügung stehen. Da sich der Charakter der Preamps aber auch mit anderen Komponenten in der Kette wohlklingend entfalten kann, sind die beiden virtuellen Preamps FG-73 und FG-76 nun für das Virtual Mix Rack erhältlich.

Funktionen

Das zentrale Element beider Module ist der Virtual Drive Regler. Er simuliert ein heißeres Anfahren des Inputs bei gleichzeitiger Rücknahme des Outputs. In der analogen Welt ist dies gängige Praxis, um das letzte Quäntchen Charakter aus den Preamps zu holen oder das Signal in eine obertonreiche Sättigung oder gar Verzerrung zu fahren. Außerdem verfügen beide Module über einen Trim-Regler, mit dem sich der Gain einstellen lässt, sowie einen Phase-Reverse-Button, mit dem die Polarität gedreht werden kann.

Anwendungsgebiete

Die Anwendungsgebiete von FG-73 und FG-76 sind weitreichend: Zunächst können – selbstverständlich – rohe Spuren durch die Preamps geschickt werden. Die Veränderungen, die sich ergeben, etwa wenn der FG-76 in moderater Einstellung auf alle unbearbeiteten Spuren einer Schlagzeug-Aufnahme gelegt wird, sind subtil. Sie verhelfen dem Drum-Sound jedoch zu einem Ticken mehr Druck und Klarheit. Der Effekt des Plug-ins scheint sich hier zu addieren. Auf einer Spur eingesetzt wirken die Preamps dezent, auf vielen Tracks hingegen zeigen sich die Veränderungen stärker. Bei Vocals ergibt sich ein ähnliches Bild: Der FG-73 verhilft einer Aufnahme mit zahmeren Eingriffen zu etwas mehr Klarheit und Deutlichkeit.

Doch die Preamp-Simulationen können nicht nur den Anfang der Signalkette bilden. Weiter hinten in der Kette und mit deutlich weiter aufgedrehtem Virtual-Drive-Regler, macht sich der FG-76 sehr gut auf Bässen. Der gesättigte, leicht angezerrte Sound, der sich dabei ergibt, macht den Bass im Mix leicht integrierbar. Auch Kickdrums profitieren von solcher Sättigung. Es wummst, es drückt, es zerrt – richtig cool.

Fazit

Zugegeben, die Virtual Preamp Collection ist kein Mix-entscheidendes Plug-in. Unerfahrenere Engineers und/oder mangelhaftes Ausgangsmaterial würde eher von anderen Maßnahmen profitieren, etwa korrekt eingestellten Kompressoren und EQs. Die subtilen Änderungen im Sound aber – sie sind das, wonach viele Tontechniker suchen. Das, was für viele die Magie von analogem Equipment ausmacht. Und Slate Digital hilft mit der VPC, einen Teil dieser Magie aus jedem Setup herauszukitzeln.