Nomad Factory Bus Driver

Nomad Factory verschenkt den „Bus Driver“. Der ist nicht nur ein richtig guter Summen-Kompressor, sondern außerdem ein Abschiedsgeschenk von Bernie Torelli.

Ein Hoch auf unsern Busfahrer!

Am 18. Januar erlag Bernie Torelli seinem Krebsleiden. Der Gründer und Chef-Entwickler der Plug-in-Schmiede Nomad Factory hatte zweifellos ein Händchen für die Simulation analoger Schaltungen, wenngleich er selbst nicht viel von emulierten Klassikern hielt. Stattdessen schuf er Plug-ins, die sich klanglich an analogen Geräten orientierten, diese aber nicht nachzuahmen versuchten.

Als eine Art Abschiedsgeschenk veröffentlicht Nomad Factory in Zusammenarbeit mit Don’t Crack den neuen Bus Driver für begrenzte Zeit kostenlos. Vermutlich liest an spätestens hier schon niemand mehr weiter, stattdessen seid ihr bereits auf www.dontcrack.com und ladet euch das Plug-in herunter. Wer doch noch liest, dem sei gesagt: Es lohnt sich auf jeden Fall!

Optisch mischt der Bus Driver zwei altbekannte Universal-Audio-Geräte miteinander. Daraus macht das Plug-in auch kein großes Geheimnis, steht doch ganz unten auf der Benutzeroberfläche „Model 1176 LA2“. Klanglich orientiert sich das Design am optischen Funktionsprinzip und am Röhren-Sound, kurz: Der Bus Driver könnte auch noch ein „Vintage“ im Namen tragen.

Neben Input- und Output-Regler gibt es drei zentrale Elemente für die Bedienung des Plug-ins. Auf der rechten Seite sitzt der Kompressor, für den sich lediglich die Ratio und der Kompressions-Wert einstellen lassen. Die Verdichtung ist keinesfalls für jedes Material geeignet, wo sie aber passt, klingt sie hervorragend. Auf Drums kann beispielsweise ein Limiting mit nur leichter Compression (das Gain-Reduction-Meter zuckt nur ein bisschen) den berühmten Klebstoff darstellen, der die Einzelinstrumente klanglich zusammenhält. Auch eine stärkere Verdichtung mit niedriger Ratio klappt ausgezeichnet.

Auf der Summe eingesetzt kann der Bus Driver dem Material eine gewisse Dringlichkeit und Direktheit verleihen, ohne den Klang zu sehr zu verbiegen. Von elementarer Bedeutung ist jedoch in jedem Fall der vorsichtige Umgang mit den Reglern. Zwar kann der Kompressor auch einfach plattmachen, dabei drückt er das Material dann aber arg zusammen und lässt keine Atemluft mehr.

Der zweite Teil des Namens rührt von der Röhrensättigung her, die mit dem linken Regler eingestellt werden kann. Dass auch hier Vorsicht walten sollte, versteht sich wohl von selbst. Gerät die Drive-Sektion sehr in die Verzerrung, bekommt diese auch einen deutlicher simulierten, sprich: digitalen Charakter. Mit der entsprechenden Behutsamkeit eingesetzt kann die Sättigung aber einer matten Snare oder einem zu zahmen Bass gehörig auf die Sprünge helfen.

Der Bus Driver ist sicherlich kein Allzweck-Werkzeug. Mit dezenten Einstellungen kann er dem Sound aber das benötigte Etwas verleihen, das zuvor noch gefehlt hat. 149 US-Dollar gibt Don’t Crack als angepeilten Verkaufspreis an; das ist vielleicht ein bisschen hoch angesetzt. Durch die aktuelle Verschenk-Aktion reduziert sich der Preis aber auf Null, und das ist ein ganz massiver Schnapp. Also, Leute: Auf www.dontcrack.com gehen und zugreifen!

Übrigens: Auch die anderen Nomad-Factory-Plug-ins sind derzeit im Sonderangebot, also greift kräftig zu!