iZotope Ozone 7 Advanced

Die Mastering-Suite Ozone von iZotope geht in die siebte Runde und hat neben Verbesserungen der bekannten Funktionen auch komplett neue Features an Bord.

Das neue Alt

iZotope Ozone ist vermutlich vielen ein Begriff, bietet die Mastering Suite des amerikanischen Herstellers doch seit Jahren eine kompakte wie umfassende Mastering-Lösung für die DAW. Mit der siebten Inkarnation wird das Spektrum der Möglichkeiten nochmals erweitert und bietet Optionen für fast jede Anwendung.

Neue Module

Besonders in der Advanced-Version darf sich der Anwender über die neuen Vintage-Module freuen: Vintage Tape, Vintage Limiter, Vintage Compressor und Vintage EQ sind neu dabei, in der regulären Version ist davon aber nur der Limiter verfügbar. Schon der ist aber eine Bereicherung, stellt er das Material doch deutlich lebendiger dar als der Maximizer oder die übliche Dynamics-Sektion. Ein wenig absurd mutet die Umschaltung zwischen „Analog“, „Tube“ und „Modern“ an – ein Vintage-Module auf Modern umzustellen scheint zunächst widersinnig. Egal, die Klangstruktur ändert sich deutlich, und so ist die Möglichkeit durchaus eine Bereicherung.

Der Vintage Compressor ist ein simpler, einbandiger Stereo-Kompressor, der die Multiband-Dynamics von Ozone ergänzt, aber im Großen und Ganzen wenig Herausragendes bietet. Der Vintage EQ ist da schon interessanter, arbeitet er doch nach dem beliebten Pultec-Prinzip mit verschiedenen Reglern für Cut und Boost, die sich bei gleichzeitigem Einsatz nicht gegenseitig aufheben, sondern eine spezielle Frequenzkurve erzeugen. Tatsächlich lässt sich mit diesem Modul schnell und ohne große Probleme zusätzliche Wärme und Lebendigkeit erzeugen – eine echte Bereicherung für ein bisschen Klangmagie!

Als nicht ganz so magisch erweist sich das Bandsättigungs-Modul. Ja, es tut Dinge mit dem Signal, und ja, diese Dinge können einen Mix nochmals zusammenkleben. Insgesamt sind die klanglichen Änderungen aber größtenteils wirklich sehr subtil, sodass man keine großen Sprünge vom Vintage Tape erwarten sollte. In dieser Hinsicht ist das Modul allerdings wiederum sehr nah an echten Band-Aufnahmen: Es macht einen schlechten Sound nicht besser, kann aber das letzte Quäntchen ausmachen.

Mastered for Web

Eine weitere neue Funktion ist gerade heute praktisch, wo die Realität des Musikkonsums eine datenreduzierte ist. Ozone 7 Advanced bietet die Möglichkeit, eine Art Preview der MP3- oder AAC-Komprimierung abzuhören – praktisch! Allen Klangzerstörern sei die „Solo-Codec-Artifacts“-Funktion ans Herz gelegt, so böse klingenden digitalen Restmüll bekommt man mit kaum einem Bitcrusher hin. So kann die Codec-Funktion noch als Effekt missbraucht werden.

Fazit

iZotope bringt mit dem siebten Ozone ein Upgrade auf den Markt, das sich lohnt. Vintage Tape und Vintage Compressor sind nützlich, der Vintage Limiter noch mehr, der Vintage EQ erscheint gar essentiell. Eine tolle Funktion ist die Codec-Preview, mit der man eine Annäherung an das hören kann, was nach der MP3- oder AAC-Verwandlung noch übrig bleibt – um beim Mastering noch darauf reagieren zu können! Sicherlich gibt es andere Plug-ins, die klanglich andere Farben ins Spiel bringen und auf die der eine oder andere wird man nicht verzichten wollen. Dennoch kann man mit Ozone 7 problemlos den gesamten Mastering-Prozess bestreiten und am Ende sogar Dithering und Export in verschiedenste Formate erledigen.