iZotope DDLY Dynamic Delay

Zeitlich begrenzt gibt es das neue iZotope-Plug-in DDLY Dynamic Delay für umme. Auch die 49 US-Dollar, die es mal kosten soll, ist es aber wert.

Klang-Teppiche

Die Software-Schmiede iZotope ist für besonders kreative Klangprozessoren bekannt, die durchaus andere Wege gehen. In ein solches Portfolio passt das neue Stück perfekt hinein: ein dynamisches Delay. Die Frage, die man sich hier stellen muss, lautet nicht: Wie klingt es?, sondern: Wie. Zum Teufel. Klingt DAS denn?

Dabei ist der Aufbau des Plug-ins, wenn man vom abgefahrenen Design absieht, recht simpel. Es gibt zwei Delays, eines oben, eines unten. Dazwischen liegt eine Trennlinie – der variable Threshold. Signal-Anteile, die über den Threshold reichen, werden an das obere Delay geleitet; Signal-Anteile unterhalb des Grenzwerts gehen ans untere Delay.

Auf diese Weise lassen sich durchgeknallte Effekte erzielen. So könnte ein perkussiv angelegter Synth-Sound mit zarten Delays unterlegt werden; lediglich besonders betonte (und hart angespielte) Noten reichen über den Threshold und geraten damit in das obere Delay, das mit Feedback und Verzerrung bis in die Selbst-Oszillation Schleifen dreht. Oder die sanft gezupfte Akustikgitarre schwebt auf einem Teppich aus Sound-Echos, nur die eine oder andere hart angeschlagene Note bekommt durch schnelle Achtel-Delays eine zusätzliche Betonung.

Es ist in der Tat schwierig, die Klang-Eskapaden, die das Dynamic Delay erlaubt, angemessen in Worte zu fassen. Zumal die beiden Delay-Elemente jeweils so viele Klang-Optionen erlauben: die Modi Analog oder Grain laden zum Spielen ein, das eine mit der „Trash“ genannten Verzerrung, das andere mit Sample-Größe und Pitch-Shifter. Individuelle Filter pro Delay lassen weitere Möglichkeiten der Texturierung zu.