IK Multimedia Saturator X

Verzerrung ist nicht gleich Verzerrung. Röhre, Band oder Transitoren – alle klingen anders. IK Multimedias neues Plug-in Saturator X bietet all diese Verzerrungen – und mehr!

Obertöne satt

Zehn verschiedene Verzerrungsarten bietet der Saturator X. Zehn Arten von unvollkommener Signalübertragung, die wir doch irgendwie liebgewonnen haben. Zehn Wege, den eigenen Signalen einen speziellen klanglichen Stempel aufzudrücken.

Besonders geeignet ist der Saturator X dabei zunächst für Experimentierer und Unentschlossene. Man muss sich nicht vor dem Öffnen eines Plug-ins überlegen, wwelche Form von Sättigung man dem Signal angedeihen lassen möchte; man kann sich das in Ruhe anhören. IK Multimedia ermöglicht das direkte Umschalten zwischen Bandsättigung, Röhrenzerre, Transistor-Clipping und Übertrager- Übersteuerung. Jeder Modus hat seine eigene Farbe und kann mit Reglern für Input und Output an die Bedürfnisse angepasst werden.

Vornehm oder fies

Eindeutig am bissigsten sind die Transistor-Modi. Wie bei Transistor-Amps geht das Signal nicht langsam und stetig in die Sättigung, sondern schreitet von einem Moment zum nächsten in die Vollverzerrung. Bis zu diesem Punkt bleibt aber die zeitliche Klangstruktur des Originals besser erhalten, während Band- und Röhren-Modi diese Achse etwas verschmieren.

Der ganz große Gewinn des Saturator X liegt in der kleinsten Veränderung. Beim Durchschalten der zehn Modi wirken die letzten beiden fast so, als änderte sich nichts. Tatsächlich sind die beiden Schalterstellungen „Iron“ und „Steel“ im Vergleich mit den Verzerrungen zuvor kaum wahrnehmbar. Hört man sich ihre Arbeitsweise aber im größeren Kontext an und wendet „Iron“ zum Beispiel auf eine programmierte Schlagzeug-Gruppe an, erwachen die Dosentrommeln zum Leben! Ausgerechnet die so dezente, fast unhörbare Simulation eines Übertragers erzeugt einen atemberaubend gelungenen Effekt. Das Schlagzeug atmet, pulsiert, lebt und gewinnt eine dreidimensionale Tiefe, ohne dass es dabei verzerrt klänge.

Ähnliche Effekte lassen sich mit etwas Fingerspitzengefühl auch mit den anderen Modi erreichen, man muss nur den Gain zurückdrehen. Wie die alte Faustregel für Reverb, so gilt auch hier: Hört man den Effekt, ist es schon zuviel. Man sollte nur merken, wenn er nicht mehr da ist.

Fazit

IK Multimedias Saturator X ist ein tolles Werkzeug, um Signalen mehr Obertöne oder Gruppen ein analogeres Gefühl zu verleihen. Die verschiedenen Modi bieten jede Menge Flexibilität und Effekte von Lofi über brutale Zerre bis hin zu ganz behutsamen Optimierungen. Das Letztere ist denn auch die große Stärke des Saturator X und besonders die Eisenkern-Übertrager-Variante ist große Klangkunst!