Digitale Premiere beim Berliner Classic Open Air 2011

Auf dem diesjährigen Classic Open Air-Festival auf dem Berliner Gendarmenmarkt feierte ein neues technisches Konzept seine Premiere: die Verwendung zweier volldigitaler Eclipse-Mischpulte der Firma Innovason sowie von digitalen Mikrofonen des Berliner Herstellers Neumann.

Seit nun 20 Jahren lockt das Classic Open Air-Festival Musikliebhaber aus dem In- und Ausland auf den Berliner Gendarmenmarkt. Rund 600.000 Besucher erlebten in den vergangenen Jahren 105 Konzerte, deren musikalische Bandbreite von Oper über Operette und Musical bis hin zu den so genannten Crossover-Produktionen mit Klassikern aus Pop, Soul, Swing und Jazz ging.

Mit der diesjährigen Konzertreihe vom 7. bis 12. Juli beging der Veranstalter das 20-jährige Jubiläum seiner Erfolgsgeschichte. Gleichzeitig feierte im Hintergrund ein neues technisches Konzept seine Premiere. Durch die Verwendung zweier volldigitaler Eclipse-Mischpulte der Firma Innovason und digitaler Mikrofone des Berliner Herstellers Neumann wurde die audiotechnische Infrastruktur in diesem Jahr erstmalig digital ausgelegt.

Über ein Ethersound-Netzwerk wurden Mikrofon-Interfaces, Stageboxen, Monitormixer, FOH-Mixer und die integrierte Recording-Einheit miteinander verbunden. Bereits in der Planungsphase bietet ein solches System den Vorteil einer stark erhöhten Flexibilität gegenüber einem analogen Setup. Kurzfristige Änderungen – im Zweifelsfall auch noch während des Live-Betriebes – lassen sich wesentlich einfacher realisieren, da es keine feste Point-to-Point-Verkabelung mehr gibt. Das Routing bleibt, unabhängig von der Hardware, weitestgehend variabel.
 
Während des Aufbaus erleichtert der wesentlich verminderte Verkabelungsaufwand das Leben der Technik-Crew. Sämtliche Audiokanäle laufen über ein einziges, gerade einmal bleistiftdickes Kabel. Kein Vergleich zu entsprechenden analogen Multicores.

Martin Kaiser von der TSE AG und technischer Leiter der Veranstaltung: "Ein weiterer gravierender Vorteil ist die Unempfindlichkeit gegenüber Störeinstreuungen gerade bei Events mit aufwendiger Lichttechnik. Und für die Zuschauer und Musiker bedeutet der Einsatz digitaler Mikros, dass letztlich der Rauschpegel nicht mehr wahrnehmbar ist. Bei so vielen offenen Kanälen, wie sie bei einer Orchestermikrofonierung erforderlich sind, kommt es sonst unweigerlich zu einer hörbaren Aufsummierung. Daneben waren wir gerade bei der Abnahme der Streichersektion von dem auf Anhieb hervorragenden Klangbild der digitalen Mikrofone begeistert (Neumann KM 184 D und KM 143 D). Es waren fast keine Eingriffe in die EQs erforderlich. Bei den Kontrabässen hat sich die Verwendung der TLM 103 D Großmembranen sehr gut bewährt."

www.neumann.com