bereich03-Audio Filterbank

Auf den ersten Blick ist die Filterbank von bereich03-Audio ein grafischer EQ. Doch schnell entdeckt man ihr wahres Wesen.

Vernichtung in sechs Bändern

Eine Filterbank ist im Grunde eine Schaltung aus mehreren Filterstufen – das verbindet sie mit dem EQ. Die vorliegende, sehr passend „Filterbank“ genannte 500er-Einheit ist aber so gar kein EQ, sondern etwas ganz anderes. Etwas böseres.

Das diabolische Leuchten der LEDs an den Fadern der Filterbank lässt schon darauf schließen, dass es bereich03-Audio mit diesem Gerät nicht um dezenten Wohlklang geht. Vielmehr dient das Lunchbox-Modul der gezielten Zerstörung von Audio. Es bietet dafür sechs Filterbänder an, also sechs Bandpassfilter, die das gesamte Audio-Spektrum abdecken.

Sind alle Fader auf Minimalposition, passiert erstmal nichts, denn dann kommt kein Audio mehr durch die Schaltung. Eine schöne Starteinstellung also, um sich mal die sechs Bänder einzeln anzuhören. Gerade bei Drums oder Synthie-Sounds findet man auf diese Weise sehr schnell die Frequenzbereiche, die man im Effektsound haben möchte. Nur ein paar Höhen? Nur die Bässe? Eine Badewanne vielleicht? Sechs Fader lassen sich schnell einstellen und bieten trotzdem mehr als genug Raum zum Spielen.

Mehr als eine Filterbank

Dann gibt es aber auch noch weitere Abschnitte des Mono-Moduls (das aber trotzdem zwei Slots in der Lunchbox belegt). Zunächst wäre da ein Kompressor, der lediglich die Werte Threshold und Output regeln lässt. Er packt böse zu und neigt zur Verzerrung, ist aber genau deswegen die richtige Art von Kompressor für die Filterbank. Wer diese Kiste einschleift, der will von zurückhaltender Klangmagie nichts wissen. Hier gibt es massive Eingriffe, und das soll auch so sein.

Ein letztes Element treibt die Neigung des Kompressors auf die Spitze und clippt das Signal mit einstellbarer Intensität. Wie immer bei Verzerrung ist etwas Fingerspitzengefühl gefragt, der richtige Wert liegt meistens genau zwischen „zerrt da was?“ und „das ist ja völlig verzerrt!“ Praktischerweise lassen sich die drei Einheiten Filter, Kompression und Clipping einzeln oder alle gemeinsam in den Bypass schalten, so führt der A/B-Vergleich immer zu neuen Erkenntnissen.

Fazit

Schlagzeug, Bass und Synthesizer profitieren am meisten von einer harschen Bearbeitung auf der Filterbank. Bei Drums dürfte der dauerhafte Einsatz des Moduls eine Frage des Genres sein – in der Rockmusik bietet sich das Gerät mehr für kurzzeitige Spezialeffekte als für nachhaltiges Sound Design an. Ein zu zahmer Bass kann mit rotglühenden Filtern aber schnell in Form gebracht werden, und Synth-Sounds erstrahlen oft in ganz neuem Glanz. Die Filterbank ist böse, genau deshalb macht sie Spaß!