Rundgang durchs Studio


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Da geht noch mehr

Die kürzest mögliche Kette bei der Aufnahme von akustischen Signalen ist also: Mikrofon, Preamp, Wandler, DAW, Wandler, Endstufe, Lautsprecher; bei elektronischen Klangerzeugern wie Synthesizern fällt das Mikrofon weg und der Preamp braucht einen Line-Eingang. Damit ist aber natürlich noch lange nicht Schluss! Diese Basiskette kann nach Belieben durch zusätzliche Elemente erweitert werden.

Es ist zum Beispiel vorstellbar, bereits vor der AD-Wandlung das aufzunehmende Signal zu bearbeiten. Viele Geräte beinhalten neben einem Preamp auch schon einen EQ oder einen Kompressor, mit denen der Klang geformt und die Dynamik bearbeitet werden können. Dabei darf man aber nicht vergessen, dass es sich um destruktive Prozesse handelt: Sie werden bei der Aufnahme mit aufgezeichnet und können im Nachhinein nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Ebenfalls denkbar ist der Einsatz von analogen Effektgeräten, Kompressoren und EQs nach der Aufnahme. Dazu muss allerdings das Signal immer noch zwei weitere Male gewandelt werden (DA-Wandlung, Effektgerät, AD-Wandlung), was generell nicht zur Qualität des Signals beiträgt. Insofern bietet sich der Einsatz von analogem Outboard bei einer DAW-zentrierten Arbeitsweise vor allem im Mastering an, möglicherweise gekoppelt mit einer analogen Summierung.

Eine echte Hilfe beim Abhören ist der Monitor-Controller. Vor allem beim Einsatz von aktiven Studio-Monitoren, deren Lautstärke-Regler meistens auf der Rückseite angebracht sind, ist es bequemer, den Abhörpegel mit einem Controller einstellen zu können. Dass mit den meisten Controllern zusätzlich zwischen verschiedenen Quellen und Boxenpaaren umgeschaltet werden kann und die Abhöre meistens auch schnell stummschaltbar ist, unterstreicht den Nutzen eines Controllers.

Wo wir gerade von Controllern sprechen: Auch eine Fernsteuerung für die DAW kann den Workflow entscheidend verbessern. Besonders Menschen, die gerne das Feeling eines traditionellen Studios mit Mischpult haben wollen, sollten sich mal im Bereich der DAW-Controller umsehen. Die Ausstattung der Geräte variiert hier enorm, für ein wirklich bequemes Arbeiten sind aber zumindest Motorfader und eine gute Beschriftung Pflicht. Weniger traditionelle DAW-Konzepte fördern auch innovative Controller-Lösungen wie den Push-Controller für Ableton Live. Dafür lässt sich mit diesen spezialisierten Lösungen eine andere DAW in der Regel nur umständlich bedienen.
 
Wie die Grafik zeigt, gibt es unzählige Möglichkeiten, ein Recording-, ­Mixing- oder Mastering-Setup um zusätzliche Komponenten zu erweitern. Am bes­ten ist es aber, sich zuerst mit einem einfacheren Aufbau einige Erfahrung anzueignen und herauszufinden, welche Arbeitsweise dem eigenen Wesen am ehesten entspricht. So kann die Kette dann gezielt erweitert werden.


-> nächster Teil: Tabelle mit Beispielen


   
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