Rundgang durchs Studio

Teil 1 | Teil 2 | Teil 3 | Teil 4 | Teil 5 | Teil 6 | Teil 7


Die Qual der Wahl

Nachdem wir jetzt ein Signal aus Einsen und Nullen haben, wollen wir natürlich auch damit arbeiten. Dazu benötigen wir eine Software, die man früher (aufgrund der Wurzeln der meisten Programme in der MIDI-Programmierung) als Sequencer bezeichnete und die heute als Digital Audio Workstation, kurz DAW, bezeichnet wird.

Es gibt mittlerweile unzählige dieser DAWs von verschiedenen Herstellern, und es fällt schwer, ein qualitatives Urteil zu fällen. Der größere Teil der Mehrspur-Software orientiert sich mehr oder weniger an der traditionellen Studio-Arbeitsweise: Avid Pro Tools, Steinberg Cubase oder Nuendo, Apple Logic, Magix Samplitude, PreSonus Studio One, Cakewalk Sonar, Cockos Reaper. Andere Hersteller konzeptionieren ihre Software anders – sie trennen sich von traditionellen Studio-Arbeitsweisen und gestalten ihre Produkte intuitiver für Menschen, die mit der „herkömmlichen“ Studio-Arbeit weniger vertraut sind: Ableton Live, Tracktion, Bitwig Studio. Tauglich ist jedes dieser Programme. Mit welchem man arbeiten möchte, ist fast ausschließlich vom eigenen Geschmack abhängig. Am besten ist es daher, wenn man sich mit Demo-Versionen selbst ein Bild von der jeweiligen Software macht.

Wie bereits erwähnt, hat DAW-Software das Mischpult als Haupt-Arbeitsplatz in den meisten Studios verdrängt. Die meiste Signalverarbeitung, Schneiden, Laut­stärke-Verhältnisse, Panorama-Anordnung, dynamische und klangliche Verarbeitung sowie der Einsatz von Effekten geschehen überwiegend in der Software. Die Möglichkeiten, die DAW mit Plug-ins um Effekte, Prozessoren und virtuelle Instrumente zu erweitern, sind nahezu endlos und werden in diesem Artikel daher ignoriert. Erwähnt werden soll jedoch, dass es für viele Anwendungen auch kostenlose Plug-ins gibt, die klanglich durchaus etwas taugen.


-> nächster Teil: Der Rückweg


   
    KONTAKT | IMPRESSUM | ONLINESHOP